Auch heute wieder bleiben, allein in Deutschland, zehntausende Schüler*innen dem Unterricht fernbleiben. Das Ziel vieler von ihnen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Heute tagt dort zum letzten Mal die Kohlekommission. Mag man den vorab veröffentlichten Inhalten aus der KoKo Glauben schenken, zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Denn es wurde bereits über voraussichtlich milliardenschwere Entschädigungen für die Betreiber der Kohlekraftwerke entschieden. Ein Ausstiegsdatum steht dagegen noch nicht fest.

Vorbild für die seit Wochen stattfindenden Schulstreiks für das Klima ist die 16-jährige Greta Thunberg, welche jetzt aktuell im schweizerischen Davos vor dem Weltwirtschaftsforum spricht. Angereist ist die Aktivistin dafür aus Schweden, natürlich klimafreundlich mit dem Zug. 33 Stunden war sie dafür unterwegs.

Die Schulleiter*innen und -behörden äußern sich unterschiedlich zu den Protesten der Schüler*innen. Einige loben das Engagement und raten Lehrenden sich den Demonstrationen als Teil des Unterrichts anzuschließen, andere beharren auf die in Deutschland geltende Schulpflicht.
Den Schüler*innen ist das egal. Denn was nützt ihnen der Unterricht, wenn sie keine Zukunft haben, für die sie lernen können?

Im niedersächsischen Schulgesetz steht im Paragraph 2: „Die Schülerinnen und Schüler sollen fähig werden (…), die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden zu lassen.“ Die Schule müsse dafür den „Erfahrungsraum und die Gestaltungsfreiheit bieten.“.
Auch die bayrische Schulordnung bietet mit dem Paragraph 20 eine Argumentationsmöglichkeit. Demnach kann aus zwingenden Gründen ein Fernbleiben vom Unterricht entschuldigt werden.

Und was ist ein besserer Grund als die Rettung des Planeten? Die Bundesgeneralsekretärin der V-Partei³, Christine Rustler, ist selbst Lehrerin an einer bayrischen Schule. Sie äußert sich wie folgt zu den „Fridays for Future“: „Ich finde es toll, dass die junge Generation für ihre Zukunft kämpft. Kinder werden oft unterschätzt oder nicht ernst genommen.“ Sie macht außerdem klar, „dass man an der Bewegung sieht, dass es höchste Zeit ist, zu handeln, weil wir eine Verpflichtung für unsere Kinder haben.“

Dem schließen wir uns kommentarlos an.

©Jennifer Nielsen, Bundesvorsitzende V-Partei³
Hamburg, 25.01.2019